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Regulierung · Ratgeber

5 Sekunden Regel, Einsatzlimit und Autoplay-Verbot

Nach der 5 Sekunden Regel dauert ein Spiel an erlaubten Online-Automaten im Schnitt mindestens fünf Sekunden, und der Einsatz liegt standardmäßig bei höchstens 1 €. Seit Juli 2026 sind unter Auflagen bis 3 € oder 5 € möglich. Autoplay und Jackpots gibt es nicht.

Stoppuhr mit einer Automatenwalze im Zifferblatt, daneben eine Münze und zwei größere Münzen unter einer Glasglocke
  • § 22a GlüStV 2021
Von Moritz Scharf Aktualisiert am

Geprüft am Rechtsstand: § 22a GlüStV 2021 · GGL-FAQ · SpielV (Stand 10/2026)

Das Wichtigste

  • Standard ist 1 € pro Spiel. Seit dem 1. Juli 2026 sind unter Auflagen bis 3 € oder 5 € möglich, nur ab 21 und befristet bis Ende 2027.
  • Ein Spiel dauert im Schnitt mindestens fünf Sekunden, mehr als 720 Spiele pro Stunde gehen also nicht.
  • Eine Mindest-Auszahlungsquote gibt es online nicht. Der Anbieter muss die Quote aber anzeigen.
  • Nicht verwechseln: Das Einsatzlimit gilt pro Spin. Was du im Monat bei allen Anbietern zusammen einzahlen darfst, regelt das Einzahlungslimit.

Wozu die 5 Sekunden Regel da ist

Weil das Gesetz das Tempo deckelt: Ein Spiel muss im Schnitt mindestens fünf Sekunden dauern (§ 22a Abs. 6 GlüStV 2021).

Ein einzelner Spin darf kürzer sein, wenn andere dafür länger dauern. Bei 3.600 Sekunden in der Stunde ergibt das höchstens 720 Spiele.

Was passiert nach einer Stunde?

Der Anbieter blendet einen Hinweis ein, wie lange du schon spielst. Erst wenn du ihn bestätigt hast, und dann noch fünf Minuten später, geht es weiter (§ 6h Abs. 7, § 22a Abs. 9).

Die Idee dahinter: Wer kurz unterbricht, entscheidet bewusster, ob er weiterspielt. Fünf Minuten wartest du auch, wenn du zu einem anderen Anbieter wechselst. Woher das kommt, erklären wir beim LUGAS-Limit.

Regel-Check

Welcher Höchsteinsatz pro Spiel ist zulässig?

Seit dem 1. Juli 2026 dürfen erlaubte Anbieter bei virtuellen Automatenspielen höhere Einsätze als 1 € pro Spiel anbieten, nur ab 21 und unter Auflagen der GGL. Der Check zeigt, was die Regeln höchstens zulassen.

Deine Angaben

Jahre

Tage Gemeint sind Tage ohne suchtgefährdendes Spielverhalten. Ob das zutrifft, beurteilt der Anbieter – nicht du selbst.

Höchstens zulässig pro Spiel 1 € Rechnerisch bis zu 720 € Einsatz pro Stunde (720 Spiele à 5 Sekunden)

  1. bis 1 € pro Spiel Standard Ab 18 Jahren bei jedem erlaubten Anbieter (§ 22a Abs. 7 GlüStV 2021). Für deine Angaben zulässig.
  2. bis 3 € pro Spiel unter Auflagen Ab 21 Jahren – nur wenn der Anbieter diese Stufe anbietet. Für deine Angaben nicht zulässig.
  3. bis 5 € pro Spiel unter Auflagen Ab 21 Jahren, nach 90 Tagen ohne suchtgefährdendes Spielverhalten und mit besonderer Überwachung durch den Anbieter. Für deine Angaben nicht zulässig.

Ob ein Anbieter höhere Stufen anbietet, entscheidet er selbst. Bietet er sie nicht an, bleibt es bei höchstens 1 € pro Spiel – einen Anspruch auf mehr gibt es nicht.

Unverändert gilt für alle Stufen

  • Ein Spiel dauert im Schnitt mindestens 5 Sekunden (§ 22a Abs. 6 GlüStV 2021).
  • Kein Autoplay, keine Jackpots, kein paralleles Spielen bei mehreren Anbietern.
  • Einzahlungslimit standardmäßig 1.000 € im Monat – für alle Anbieter zusammen.
  • Die Regel gilt seit 1. Juli 2026 und ist bis 31. Dezember 2027 befristet.

Quelle: FAQ der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zu Einzahlungslimit und Höchsteinsatz. Auf die höheren Stufen hast du keinen Anspruch, erlaubte Anbieter dürfen sie unter Auflagen anbieten. Dieser Check erklärt die Regeln und ist keine Empfehlung, höher zu setzen. Bei Warnsignalen muss der Anbieter eingreifen, etwa durch Kontaktaufnahme, Einschränkungen oder eine Sperre.

Streit um die höheren Stufen

Die Stufen bis 3 € oder 5 € gehen auf eine Entscheidung der GGL vom Juni 2026 zurück. Suchtfachverbände und Präventionsstellen haben sie kritisiert. Die GGL räumt selbst ein, dass ein höherer Höchsteinsatz ein relevanter Risikofaktor ist.

Was rechnen die Kritiker vor?

Verluste von bis zu 468 € pro Stunde bei 5 € pro Spin. Das rechneten Fachstellen für Glücksspielsucht, Forschende und Selbsthilfegruppen im August 2026 in einem offenen Brief an die Innenminister der Länder vor.

Sie gehen von 65 Cent Verlust pro Spin aus, also von einer Quote von 87 %. Die Tabelle unten rechnet mit 96 %. Mit der Quote, die die GGL für 2025 tatsächlich gemessen hat (88,1 %), wären es bei 5 € rund 428 € pro Stunde.

Was sagt die GGL?

Die Behörde hält dagegen: Wie riskant ein Spiel ist, hänge vom Höchsteinsatz ab, aber ebenso vom Tempo, von der Dauer einer Sitzung und von den Limits, die es schon gibt. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen sei angehört worden.

Den Vorwurf, sie habe vor dem Ende der Evaluierung entschieden, weist die GGL zurück. Eine Evaluierung verpflichte nicht dazu, Entscheidungen auszusetzen.

1 €, 3 € oder 5 € auf eine Stunde gerechnet

1 € pro Spiel Höchstens 720 € Einsatz pro Stunde, bei 96 % Auszahlungsquote im Schnitt rund 29 € Verlust
3 € pro Spiel 2.160 € Einsatz in der vollen Stunde, im Schnitt rund 86 € Verlust
5 € pro Spiel 3.600 € Einsatz, im Schnitt rund 144 € Verlust

Rechnung: 720 Spiele pro Stunde × Einsatz; erwarteter Verlust = Einsatz × (100 % − Auszahlungsquote). Durchschnittswerte, eine einzelne Sitzung kann stark abweichen.

Rechner

Was kostet dich eine Stunde?

Trag dein Budget, deinen Einsatz und die Auszahlungsquote des Spiels ein. Der Rechner zeigt, wie lange das Geld im Schnitt reicht und was davon als Steuer an den Staat geht.

Deine Werte

€

€ Standard bei erlaubten Anbietern: höchstens 1 € pro Spiel. Bis 3 € bzw. 5 € nur ab 21 Jahren, unter Auflagen der GGL und nur, wenn der Anbieter diese Stufen anbietet (seit 1. Juli 2026, befristet bis Ende 2027).

%

Ein Spiel dauert im Schnitt mindestens 5 Sekunden, also höchstens 720 Spiele pro Stunde.

Rechnerische Spielzeit 2 Stunden und 5 Minuten rund 1.250 Spiele

  • Gesamteinsatz, bis das Budget aufgebraucht ist 1.250 €
  • So oft setzt du dein Budget erneut ein 25,0×
  • Erwartete Kosten pro Stunde 24 €
  • Automatensteuer auf deinen Gesamteinsatz (5,3 %) 62,92 €

50 € reichen bei 1 € pro Spiel rechnerisch etwa 2 Stunden und 5 Minuten. In dieser Zeit setzt du dein Budget rund 25,0-mal erneut ein, bevor es aufgebraucht ist.

Die Auszahlungsquote (RTP) ist ein Durchschnitt über sehr viele Spiele und keine Zusage für deine Sitzung – eine einzelne Sitzung kann deutlich nach oben oder unten abweichen. Gerechnet wird mit 600 Spielen pro Stunde. Die virtuelle Automatensteuer beträgt 5,3 % und wird vom Anbieter abgeführt; sie bezieht sich auf den Einsatz abzüglich der Steuer (§§ 37, 38 RennwLottG), rechnerisch also rund 5 Cent je Euro Einsatz.

Online-Automat und Spielhalle im Vergleich

Dauer pro Spiel Online im Schnitt mindestens 5 Sekunden · Spielhalle mindestens 5 Sekunden
Höchsteinsatz Online 1 €, unter Auflagen der GGL bis 3 € oder 5 € · Spielhalle 0,20 €
Höchstgewinn Online ein vorher festgelegtes Vielfaches des Einsatzes, kein Jackpot · Spielhalle 2 € pro Spiel, 400 € pro Stunde
Verlust pro Stunde Online keine feste Grenze · Spielhalle höchstens 60 €
Pause Online fünf Minuten nach jeder Stunde · Spielhalle mindestens fünf Minuten nach einer Stunde
Autoplay Online und in der Spielhalle verboten

Quellen: § 22a GlüStV 2021, § 13 Spielverordnung. Stand: Oktober 2026.

Gibt es eine Mindest-Auszahlungsquote?

Nein. Für Online-Automaten schreibt das Gesetz keine Mindestquote vor. Es verlangt nur, dass der Anbieter die durchschnittliche Auszahlungsquote je Euro Einsatz anzeigt, und zwar dort, wo du deinen Einsatz wählst (§ 22a Abs. 3).

Was die Zahl aussagt und was nicht, erklären wir bei der Auszahlungsquote.

Für Geräte in Spielhallen gilt die Spielverordnung. Sie begrenzt nicht die Quote, sondern den Verlust. Auf lange Sicht dürfen pro Stunde im Schnitt höchstens 20 € im Gerät bleiben (§ 12 SpielV). In einer einzelnen Stunde sind es höchstens 60 € (§ 13 SpielV). Was in der Spielhalle sonst gilt, von der Spielerkarte bis zur Sperrzeit, steht im Ratgeber zur Spielhalle.

„Die Automaten zahlen nicht mehr“

Stimmt so nicht: Ein Automat läuft weder gut noch schlecht, jeder Spin ist unabhängig vom letzten.

Einen echten Grund für weniger Auszahlungen gibt es trotzdem. Von jedem Euro Einsatz gehen seit Juli 2021 rund 5 Cent als virtuelle Automatensteuer an den Staat.

Prognosen von 2021 gingen davon aus, dass die Auszahlungsquoten deshalb sinken, von rund 96 auf etwa 90 bis 91 %. Sie stammen etwa von Goldmedia im Auftrag der Branche und vom Düsseldorfer Ökonomen Justus Haucap.

Wie die virtuelle Automatensteuer funktioniert und warum du auf Gewinne selbst keine zahlst, erklärt der Steuer-Ratgeber.

Wie viel zahlen Online-Automaten tatsächlich aus?

Im Schnitt 88,1 % der Einsätze im Jahr 2025, nach 88,5 % im Jahr 2024. Das hat die GGL für alle erlaubten Online-Automaten errechnet, mehr dazu im Glücksspielmarkt in Zahlen.

Einen Vergleichswert von vor 2021 gibt es nicht, weil es eine bundesweite Erlaubnis für Online-Automaten erst seit Juli 2021 gibt.

Was online außerdem verboten ist

An erlaubten Online-Automaten gibt es außerdem nicht:

  • Autoplay. Jeden Spin startest du selbst (§ 22a Abs. 4).
  • Jackpots (§ 22a Abs. 8). Wo es einen geben darf, steht in unserem Stück über Jackpots.
  • Mehrere Automaten gleichzeitig (§ 22a Abs. 10), und bei zwei Anbietern zur selben Zeit schon gar nicht (§ 6h).

Quellen

Änderungsprotokoll

  1. Für Handys neu gegliedert: kürzere Absätze, Zwischenfragen zur Pause nach einer Stunde und zum Streit um die höheren Stufen, Verbote als Liste. Neu: tatsächliche Auszahlungsquote 2025 laut GGL (88,1 %).
  2. Jackpotverbot auf eine Zeile mit Link zum neuen Magazin-Stück über Jackpots gekürzt.
  3. Wortlaut der Einsatzstufen vereinheitlicht („unter Auflagen bis 3 € oder 5 €“).
Ältere Änderungen anzeigen (3)
  1. Automatensteuer genauer (rund 5 Cent je Euro Einsatz), Vergleichstabelle zu den höheren Einsatzstufen korrigiert.
  2. Kritik an den höheren Einsatzstufen mit Quelle belegt, Prognosen zur Auszahlungsquote zugeordnet.
  3. Erstveröffentlichung.