Regulierung
Lotterien in Deutschland: Wer sie veranstalten darf
Lotterien in Deutschland veranstalten vor allem die Länder: Lotto und die Klassenlotterie gibt es nur von ihnen. Private dürfen nur Lotterien für einen guten Zweck anbieten, die Soziallotterien, dazu kommt das Gewinnsparen. Ohne deutsche Erlaubnis ist jede Lotterie hier unerlaubt, auch eine aus dem Ausland.
- Nach §§ 10, 12–19 GlüStV 2021
Geprüft am Rechtsstand: §§ 3, 4, 10, 12–19 GlüStV 2021 · §§ 27–31 RennwLottG
- für den guten Zweck
- 30 %
- Soziallotterien, mindestens
- des Lospreises ist Steuer
- 16,7 %
- Lotteriesteuer, eigene Rechnung
- deines Geldes an die Lotterie
- 2/3
- Pflicht für Vermittler
- darfst du mitspielen
- ab 18
- im Laden wie online
§§ 4, 15, 19 GlüStV 2021 · §§ 27, 29 RennwLottG
Welche Lotterien in Deutschland erlaubt sind
Erlaubt ist eine Lotterie nur, wenn eine deutsche Behörde sie genehmigt hat (§ 4 Abs. 1 GlüStV 2021). Wer eine solche Erlaubnis bekommen kann, hängt von der Art der Lotterie ab.
Lotto und andere große Lotterien sind Aufgabe der Länder. Sie veranstalten sie selbst oder über Gesellschaften, an denen die öffentliche Hand maßgeblich beteiligt ist (§ 10 Abs. 2). Die Gründe dafür erklärt unser Stück zum Lottomonopol.
Die Klassenlotterie gehört einer Anstalt, die alle Länder gemeinsam tragen (§ 10 Abs. 3). Ein Los läuft dort über mehrere Ziehungsabschnitte, die Klassen.
Allen anderen erlaubt der Staatsvertrag nur Lotterien mit geringerem Suchtrisiko (§ 10 Abs. 6). Dazu gehören die Soziallotterien gemeinnütziger Veranstalter, das Gewinnsparen und kleine Lotterien wie die Tombola im Verein.
Wer was veranstaltet und wer es erlaubt
| Lotto, Eurojackpot, Rubbellose | Die Lotteriegesellschaften der Länder. Die Erlaubnis erteilt die Behörde des jeweiligen Landes (§ 4 Abs. 1, § 10 Abs. 2). |
|---|---|
| Klassenlotterie | Die gemeinsame Anstalt der Länder. Die Erlaubnis erteilt die GGL für alle Länder (§ 9a Abs. 1 Nr. 1, § 27f Abs. 1). |
| Soziallotterie | Gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Veranstalter. Läuft die Lotterie in allen Ländern, erteilt die GGL eine Erlaubnis für alle (§ 12 Abs. 3, § 9a Abs. 1 Nr. 4). |
| Gewinnsparen | Ein Teil deines Sparbeitrags, höchstens 25 Prozent, geht ins Los, der Rest wird gespart (§ 12 Abs. 1). Der Veranstalter muss nicht gemeinnützig sein (§ 14 Abs. 1). |
| Tombola, kleine Lotterie | Bis 40.000 € Loserlös für einen gemeinnützigen Zweck. Dafür dürfen die Länder eigene Regeln machen (§ 18). |
| Vermittler | Unternehmen, die Spielscheine an die Lotterie weitergeben. Arbeiten sie in mehreren Ländern, erteilt die GGL die Erlaubnis (§ 19 Abs. 2, § 27f Abs. 5). |
Was eine Soziallotterie darf
Eine Soziallotterie darf nur veranstalten, wer steuerlich als gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich anerkannt ist (§ 14 Abs. 1). Wirtschaftliche Zwecke darf er damit nicht verfolgen (§ 12 Abs. 1).
Den Reinertrag muss er zeitnah für den Zweck ausgeben, der in seiner Erlaubnis steht (§ 16). Ein angemessener Teil soll in dem Land bleiben, in dem die Lose verkauft werden.
Damit das Spiel wenig Suchtrisiko birgt, setzt das Gesetz enge Grenzen.
Welche Grenzen für Soziallotterien gelten
Eine Erlaubnis gibt es nur, wenn der Spielplan diese Grenzen einhält.
- Ziehungen Eingeschränkt Ergebnisse höchstens zweimal pro Woche. § 13 Abs. 2 Nr. 1 GlüStV 2021
- Höchstgewinn Eingeschränkt Höchstens 3 Millionen Euro. § 13 Abs. 2 Nr. 1 GlüStV 2021
- Jackpot Verboten Kein Jackpot, der von Ziehung zu Ziehung wächst. § 13 Abs. 2 Nr. 1 GlüStV 2021
- Mitspielen in Fernsehen, Radio oder Internet Verboten Nicht, wenn der Gewinn gleich danach bekannt gegeben wird. § 13 Abs. 2 Nr. 2 GlüStV 2021
- Eingeschränkt
- Verboten
Stand:
Wie viel von einem Los an den guten Zweck geht
Mindestens 30 Prozent der Einnahmen soll der Spielplan für den Zweck vorsehen, ebenso mindestens 30 Prozent für die Gewinne (§ 15 Abs. 1). Die Kosten der Lotterie sind gering zu halten.
Für ein Los zu 10 Euro heißt das, die Lotteriesteuer eingerechnet:
| Anteil | Betrag |
|---|---|
| Lotteriesteuer | 1,67 € |
| Gewinne | mindestens 3,00 € |
| Guter Zweck | mindestens 3,00 € |
| Kosten | höchstens 2,33 € |
Die Anteile gelten für die ganze Lotterie im Schnitt, nicht für jedes einzelne Los.
Was gilt für Tombolas und kleine Lotterien?
Bei Lotterien mit höchstens 40.000 € Loserlös dürfen die Länder vom Staatsvertrag abweichen (§ 18). Der Reinertrag muss dann ganz in einen gemeinnützigen, kirchlichen oder mildtätigen Zweck fließen.
Gewinne und Zweck müssen jeweils mindestens 25 Prozent bekommen. Lotteriesteuer fällt dafür nicht an (§ 28 RennwLottG). Wann auch Minderjährige mitspielen dürfen, etwa auf dem Volksfest, klärt unser Stück zum Mindestalter.
Lotto online und über Vermittler
Online Lotto spielen ist erlaubt, beim Veranstalter selbst oder über einen Vermittler mit Erlaubnis (§ 4 Abs. 4). Ein Vermittler gibt einzelne Spielscheine oder ganze Tippgemeinschaften an die Lotterie weiter (§ 3 Abs. 8).
Für Vermittler gelten eigene Pflichten (§ 19 Abs. 1):
- Mindestens zwei Drittel deines Geldes muss er an die Lotterie weiterleiten. Von 30 € dürfen also höchstens 10 € bei ihm bleiben.
- Vor dem Kauf muss er dir in Textform sagen, wie viel weitergeleitet wird, und danach, an welche Lotterie.
- Deine Spielquittungen verwahrt ein Treuhänder, der als Anwalt oder Steuerberater arbeiten darf. Du hast das Recht, sie einzusehen.
- Meldest du einen Gewinn nicht binnen drei Monaten beim Treuhänder, muss er den Betrag an die Lotterie abführen.
Ob eine Lotterie die Erlaubnis hat, zeigt die amtliche Whitelist der GGL. Dort stehen Lotterien, Soziallotterien und Lotterie-Einnehmer, jeweils mit der Behörde, die sie zugelassen hat.
Darf ich bei ausländischen Lotterien mitspielen?
Nein, nicht ohne deutsche Erlaubnis. Eine Lotterie wird dort veranstaltet, wo du teilnimmst (§ 3 Abs. 4), und braucht deshalb eine Erlaubnis von hier (§ 4 Abs. 1).
Eine Lizenz aus einem anderen EU-Land reicht nicht, warnt das Europäische Verbraucherzentrum. Auch Wetten auf die Ziehungen von Lotto, Eurojackpot, Powerball oder El Gordo, sogenannte Zweitlotterien, sind nach seiner Auskunft nicht zugelassen.
Was die Lotteriesteuer kostet
Die Lotteriesteuer beträgt 20 Prozent (§ 29 RennwLottG). Berechnet wird sie auf den Lospreis abzüglich der Steuer selbst (§ 27). So steckt in jedem Lospreis ein Sechstel Steuer, gut 16,7 Prozent.
| Lospreis | Steuer |
|---|---|
| 1 € | 0,17 € |
| 10 € | 1,67 € |
| 100 € | 16,67 € |
Zahlen muss sie der Veranstalter (§ 30). Sie entsteht, sobald du zahlst (§ 31). Bei der Klassenlotterie entsteht sie mit Beginn jeder Klasse. Zum Vergleich: Bei Sportwetten gehen gut 5 Cent je Euro Einsatz an die Steuer.
Steuerfrei sind nur kleine Lotterien: mit höchstens 1.000 € Loserlös insgesamt oder, für einen gemeinnützigen Zweck, mit höchstens 40.000 € (§ 28).
Muss ich Lottogewinne versteuern?
Nein, als Privatperson nicht. Warum Glücksspielgewinne in der Regel steuerfrei sind, erklärt unser Ratgeber zu Gewinnen und Steuern.
Was für dich als Spieler gilt
Mitspielen darfst du ab 18, in der Annahmestelle wie online (§ 4 Abs. 3).
Spielersperre und Einzahlungslimit gelten für Lotterien mit höchstens zwei Ziehungen pro Woche nicht, für Rubbellose im Internet aber schon (§ 8 Abs. 2, § 6c Abs. 9). Wie weit die Sperre reicht und was ins LUGAS-Limit zählt, erklären die beiden Ratgeber.
Gewonnen? Wie lange du Zeit hast und wo du dein Geld bekommst: Lottogewinn abholen.
Quellen
Änderungsprotokoll
- Seite erstellt: wer Lotterien veranstalten darf, Soziallotterien, Vermittler, ausländische Lotterien und Lotteriesteuer.