Regulierung · Ratgeber
Glücksspielstaatsvertrag 2021 erklärt
Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag der 16 Bundesländer, wer in Deutschland Glücksspiel anbieten darf und wie, vor allem im Netz. Einen neuen Glücksspielstaatsvertrag 2026 gibt es nicht. Neu sind höhere Einsatzstufen an Online-Automaten seit Juli, und eine zweite Vertragsänderung wartet noch auf die letzten Länder.
- Rechtsstand Oktober 2026
Geprüft am Rechtsstand: GlüStV 2021 (Stand 10/2026)
Was der Glücksspielstaatsvertrag ist
Ein gemeinsamer Vertrag der Länder, denn Glücksspiel ist in Deutschland Ländersache. Damit nicht 16 verschiedene Regeln gelten, schließen sie den Glücksspielstaatsvertrag, kurz GlüStV.
Die aktuelle Fassung ist auf den 29. Oktober 2020 datiert. Bis Ende April 2021 hatten alle 16 Länder sie ratifiziert, seit dem 1. Juli 2021 gilt sie.
Sie löste den Vertrag von 2012 ab. Der große Unterschied: Online-Automatenspiele und Online-Poker sind seitdem erlaubt, wenn der Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat. Eine bundesweite Erlaubnis dafür gab es vorher nicht.
Dem GlüStV 2021 verdankst du das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, die fünf Sekunden pro Spin und die Pause nach einer Stunde.
Was der Vertrag dir als Spieler vorschreibt
| Einzahlungslimit | 1.000 € im Monat über alle Anbieter, Ausnahmen nur mit Nachweis (§ 6c). Wie das Limit rechnet |
|---|---|
| Einsatz pro Spiel | 1 € Standard, seit Juli 2026 unter Auflagen bis 3 € oder 5 €, nur ab 21 und befristet bis Ende 2027 (§ 22a Abs. 7). Die Stufen im Detail |
| Tempo | Mindestens fünf Sekunden pro Spiel im Schnitt, kein Autoplay, keine Jackpots (§ 22a Abs. 4, 6 und 8) |
| Ein Spiel zur Zeit | Kein paralleles Spielen, weder an zwei Automaten noch bei zwei Anbietern (§ 6h, § 22a Abs. 10) |
| Stundenhinweis | Nach 60 Minuten bestätigen, dann fünf Minuten Pause (§ 6h Abs. 7, § 22a Abs. 9) |
| Sperren | Bundesweite Spielersperre über OASIS (§§ 8 bis 8b) und 24-Stunden-Pause per Panik-Button (§ 6i Abs. 3). So funktioniert die Sperre |
| Kontoübersicht | Einsätze, Gewinne und Verluste der letzten 30 Tage nach jedem Login (§ 6d Abs. 2) |
Alle Paragrafen: Glücksspielstaatsvertrag 2021. Stand: Oktober 2026.
Was online erlaubt ist und was nicht
Für Online-Automaten, Online-Poker und Sportwetten im Internet gibt es eine bundesweite Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Roulette, Blackjack und Live-Casino sind dagegen Sache der einzelnen Länder (§ 22c).
Welche Länder das bisher tun und woher die Sonderregel kommt, haben wir im Magazin aufgeschrieben.
Ein Online-Automat darf außerdem kein Tischspiel nachbauen (§ 22a Abs. 2). Roulette im Automaten-Look gibt es bei erlaubten Anbietern also nicht.
Wann darf für Online-Casinos geworben werden?
Im Rundfunk und im Internet nur zwischen 21 und 6 Uhr. Tagsüber, von 6 bis 21 Uhr, ist dort Werbung für Online-Automaten, Online-Poker und Online-Casinospiele verboten (§ 5 Abs. 3).
Was die GGL sonst zur Werbung sagt, hat sie in einem Fragenkatalog zusammengefasst.
Wer den Vertrag durchsetzt
Vor allem die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle an der Saale. Sie erteilt die bundesweiten Erlaubnisse für das Netz und geht gegen illegale Seiten vor.
Was sie sonst darf, wofür sie nicht zuständig ist und wer in deinem Land die Aufsicht führt, erklären wir bei der GGL. Die Sperrdatei OASIS führt das Regierungspräsidium Darmstadt, mehr dazu bei der Spielersperre.
Was der Vertrag außerdem regelt
Online ist nur ein Teil. Der Vertrag gilt auch für Spielhallen und Lotterien.
Was gilt für Spielhallen?
Ein Mindestabstand untereinander, dessen Größe die Länder festlegen. Mehrere Spielhallen in einem Gebäude oder Gebäudekomplex bekommen grundsätzlich keine Erlaubnis, und die Länder dürfen begrenzen, wie viele Spielhallen eine Gemeinde zulässt (§ 25). Abstände und Sperrzeiten aller 16 Länder haben wir für die Spielhalle zusammengestellt.
Und für Lotterien?
Die Länder sorgen selbst für ein ausreichendes Angebot, über eigene Gesellschaften oder Unternehmen, an denen die öffentliche Hand maßgeblich beteiligt ist (§ 10).
Die Zahl der Annahmestellen müssen sie begrenzen, und ein erheblicher Teil der Einnahmen geht an gemeinnützige, kirchliche oder andere öffentliche Zwecke.
Private dürfen nur Lotterien mit geringerem Gefährdungspotenzial veranstalten, etwa Soziallotterien. Wie Lotto trotz eines EuGH-Urteils beim Staat geblieben ist, erzählt unser Magazin-Stück zum Lottomonopol.
Zeitstrahl
Die wichtigsten Daten
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Vertragstext steht
Die Länder einigen sich auf den neuen Glücksspielstaatsvertrag.
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Alle 16 Länder haben ratifiziert
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Der GlüStV 2021 gilt
Online-Automaten und Online-Poker werden mit Erlaubnis legal. Die GGL wird gegründet.
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Die GGL übernimmt ganz
Seitdem ist sie voll für Erlaubnisse und Aufsicht zuständig.
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Zwischenbericht zur Evaluierung
Erste Bilanz der Länder, wie der Vertrag wirkt.
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Letzte Unterschrift unter den Zweiten Änderungsstaatsvertrag
Neue Regeln für den Datenaustausch und für Sperren gegen illegale Angebote. Gilt nach der Ratifizierung.
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Höhere Einsatzstufen bis 3 € oder 5 €
Unter Auflagen, nur ab 21, befristet bis Ende 2027.
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Evaluierungsbericht soll vorliegen
Danach alle fünf Jahre ein neuer (§ 32).
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Ausnahmen beim Einzahlungslimit laufen aus
Limits über 1.000 € im Monat hat die GGL bisher längstens bis Ende 2026 zugelassen.
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Höhere Einsatzstufen enden
Wenn die GGL sie nicht verlängert.
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Frühester Kündigungstermin
Vorher kann kein Land aussteigen (§ 35).
Wie es weitergeht
Der Vertrag gilt auf unbestimmte Zeit. Ein Land kann ihn mit einem Jahr Frist kündigen, frühestens zum 31. Dezember 2028. Blieben danach weniger als 13 Länder übrig, wäre er beendet (§ 35).
Was hat sich 2026 geändert?
Am Vertrag selbst noch nichts. Seit Juli dürfen manche Anbieter an Online-Automaten unter Auflagen Einsätze bis 3 € oder 5 € zulassen.
Und eine zweite Änderung des Vertrags, die Netzsperren ermöglichen soll, wartet noch auf die letzten Länder.
Bis Ende 2026 soll ein zusammenfassender Bericht zeigen, wie gut der Vertrag wirkt (§ 32). Die GGL hat ihre Wünsche dafür schon angemeldet, in ihrer Bilanz nach fünf Jahren. Was im Bericht steht und was sich daraus ändert, melden wir in den News.
Häufige Fragen
Ist der Glücksspielstaatsvertrag ein Gesetz?
Nicht direkt. Ein Staatsvertrag ist ein Vertrag zwischen den Ländern. Verbindlich wird er, wenn jedes Land ihn ratifiziert hat, meist mit einem Zustimmungsgesetz seines Parlaments. Dazu hat jedes Land ein eigenes Ausführungsgesetz, das Einzelheiten regelt.
Wo finde ich den Text des Glücksspielstaatsvertrags?
Jedes Land veröffentlicht ihn in seinem Gesetzblatt. Gut lesbar ist die Fassung auf gesetze-bayern.de, die Links stehen unten in den Quellen.
Quellen
Änderungsprotokoll
- Für Handys neu gegliedert: kürzere Einleitung und Absätze, Zwischenfragen zu Werbung, Spielhallen, Lotterien und zum „Glücksspielstaatsvertrag 2026“.
- Einsatzstufen-Wortlaut vereinheitlicht, Frist 31.12.2026 für Limits über 1.000 € im Zeitstrahl.
- Abschnitt zur GGL gekürzt, Einzelheiten jetzt im eigenen Ratgeber zur GGL.
Ältere Änderungen anzeigen (3)
- Hinweis zu den höheren Einsatzstufen präzisiert (bis 3 € oder 5 € unter Auflagen), Ratifizierung genauer beschrieben.
- Hinweis auf die zweite Änderung des Staatsvertrags und ihren Stand ergänzt. Werbezeiten, § 10 und § 22c präziser wiedergegeben.
- Erstveröffentlichung.