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Fünf Jahre GGL: Was die Bilanz zeigt und was sie offenlässt

Aufgeschlagener Bericht mit Diagrammen, Lupe und Amtsstempel, dahinter ein Laptop mit abgesperrtem Online-Kartentisch

Fünf Jahre nach ihrer Gründung hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder am 22. September Bilanz gezogen. Dass eine Behörde ihre eigene Arbeit gut findet, gehört zum Genre. Lesenswert sind die Zahlen, die sie dazu vorlegt, und die eine, über die gestritten wird.

Rund 100 Menschen arbeiten inzwischen für die Behörde; was sie darf und was nicht, erklärt unser Ratgeber zur GGL.

Auf ihrer Whitelist der erlaubten Anbieter stehen nach ihren Angaben 129 Veranstalter und Vermittler (Stand September 2026). Ihr Tätigkeitsbericht nennt für Ende 2025 noch 135 unter ihrer Aufsicht.

Wir haben die Liste vom 2. Oktober 2026 selbst durchgezählt und kommen auf 167 Einträge, 105 davon unter Aufsicht der GGL, die übrigen bei den Ländern. Wie die Behörde auf ihre Zahlen kommt, schreibt sie nicht.

Fünf Jahre in vier Zahlen

illegale Seiten nicht mehr erreichbar
1.843
durch Untersagung oder Netzsperre, Ende 2025
Seiten ohne Zugang zu Zahlungswegen
178
Zahlungssperre, Ende 2025
registrierte Spielende in LUGAS
5,3 Mio.
Ende 2025
legaler Anteil am Online-Markt
77 %
laut GGL-Studie, Daten von 2024

GGL, Pressemitteilung vom 22.09.2026

Was hinter den Sperren steckt

Rund 6.300 Webseiten hat die GGL seit ihrem Start auf unerlaubtes Glücksspiel und Werbung dafür geprüft. Daraus wurden etwa 700 Untersagungsverfahren: 2022 waren es 68, 2025 schon 287.

Die 1.843 Seiten, die Ende 2025 aus Deutschland nicht mehr erreichbar waren, gehörten 254 Anbietern. Rechnerisch sind das gut sieben Seiten pro Anbieter.

Werden auch erlaubte Anbieter kontrolliert?

Ja. Für 2025 nennt die GGL rund 600 Aufsichtsverfahren, etwa zu Spielerschutz, Werbung und Spielgestaltung. Zwei Erlaubnisse hat sie bisher widerrufen.

Wie groß der Schwarzmarkt ist, weiß niemand genau

Woher stammen die 77 Prozent?

Aus einer Studie, die die GGL selbst beim Blockchain Research Lab in Auftrag gegeben und im März 2026 vorgestellt hat. Grundlage war eine Befragung von Spielenden, die Daten beziehen sich auf 2024.

Danach entfielen 22,97 Prozent des Online-Markts auf Angebote ohne Erlaubnis.

Was sagt die Gegenstudie?

Das Handelsblatt Research Institute kam 2025 in einer Studie für den Sportsender Sport1 zu einem ganz anderen Ergebnis. Es wertete Besucherzahlen von Webseiten, Steuerdaten und eine eigene Umfrage aus.

Es schätzt, dass mehr als die Hälfte des Online-Markts illegal ist, bei Online-Casinos und virtuellen Automaten sogar 70 bis 80 Prozent.

Beide Zahlen sind Schätzungen, beide Studien Auftragsarbeiten. Und wer bei Anbietern ohne Erlaubnis spielt, macht sich strafbar und gibt das in einer Umfrage nicht unbedingt zu.

Für die Überprüfung des Staatsvertrags ist die Frage trotzdem zentral: Je größer der Schwarzmarkt erscheint, desto lauter wird nach lockereren Regeln gerufen.

Was die GGL von den Ländern will

Die Länder evaluieren den Glücksspielstaatsvertrag 2021 gerade, ihr Bericht soll bis Ende 2026 vorliegen (§ 32).

Die GGL will die Gelegenheit nutzen, um die Regulierung schneller und anpassungsfähiger zu machen, und wünscht sich mehr fachlichen Spielraum, wenn sich der Markt verändert.

Vorstand Ronald Benter ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Dieses Modell funktioniert.“ Was der Vertrag heute regelt, erklärt unser Überblick zum Glücksspielstaatsvertrag 2021. Die Marktzahlen aus dem Tätigkeitsbericht 2025 stehen im Glücksspielmarkt in Zahlen.

Was bedeutet das für dich?

Konkret ändert sich für dich durch die Bilanz nichts. Bewegung könnte erst der Evaluierungsbericht der Länder bringen, der bis Ende 2026 vorliegen soll. Dort zeigt sich, ob die GGL den Spielraum bekommt, den sie fordert, und welche Regeln danach anders aussehen.

Nächster Termin

Evaluierungsbericht zum Glücksspielstaatsvertrag soll vorliegen

in 55 Tagen Donnerstag, 31. Dezember 2026

Quellen

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