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News Gericht/Urteil Spielerschutz

EuGH-Urteil zu Maltas Glücksspielgesetz am 19. November

Ein Gerichtsgebäude mit Richterhammer, über dem Meer ein versiegeltes Urteil auf dem Weg zu einer Inselfestung mit geschlossenem Tor

Am Donnerstag, 19. November 2026, um 9:30 Uhr verkündet die Vierte Kammer des Europäischen Gerichtshofs ihr Urteil in der Rechtssache C-683/24. So steht es im Gerichtskalender des EuGH, abgerufen am 26. Oktober.

Im Kern geht es um Artikel 56A des maltesischen Glücksspielgesetzes, bekannt als „Bill 55“. Danach sollen Gerichte in Malta Urteile aus anderen EU-Ländern nicht anerkennen, die maltesische Lizenzinhaber zur Rückzahlung von Einsätzen verpflichten, wenn das Angebot nach maltesischem Recht erlaubt war.

Für Spieler, die in Deutschland ein Urteil gegen einen solchen Anbieter erstritten haben, kann das die nächste Hürde vor dem Geld sein. Wie Rückforderungen hier bisher laufen, erklären wir im Ratgeber zu nicht ausgezahlten Gewinnen und verlorenen Einsätzen.

Ein Anwaltsfall aus Österreich

Vorgelegt hat die Frage ein österreichisches Gericht, und der Fall dort ist ungewöhnlich. Es entscheidet über die Haftung eines Anwalts.

Der hatte einem Unternehmen, das Klagen von Spielern gegen maltesische Anbieter finanziert, ein Gutachten geschrieben: Die neue Regel verstoße offensichtlich gegen EU-Recht, maltesische Gerichte dürften sie nicht anwenden.

Das Unternehmen finanzierte weiter. Einige Wochen später lehnte ein Gericht in Malta in einem dieser Verfahren ab, das Urteil anzuerkennen, gestützt auf genau diese Regel.

Was der Generalanwalt vorschlägt

Generalanwalt Nicholas Emiliou hat am 23. April vorgeschlagen, die Vorlage für unzulässig zu erklären. Das österreichische Gericht müsse nur klären, ob der Anwalt damals sorgfältig gearbeitet habe, und das sei eine Frage des nationalen Rechts.

Für den Fall, dass der Gerichtshof das anders sieht, hat er eine zweite Antwort mitgeliefert. Danach sei die maltesische Regel mit der Brüssel-Ia-Verordnung, die die Anerkennung von Urteilen in der EU regelt, offensichtlich unvereinbar.

Auf seine öffentliche Ordnung könne Malta sich nicht berufen, nur weil die eigene Glücksspielbranche wirtschaftlich leidet.

Zwei mögliche Ausgänge

An die Schlussanträge gebunden ist der Gerichtshof nicht. Folgt er ihnen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Vorlage unzulässig: Der Gerichtshof beantwortet die Frage gar nicht. Dann bleibt offen, ob Malta Urteile aus Deutschland blockieren darf.
  • Regel EU-widrig: „Bill 55“ verliert ihre Wirkung gegenüber solchen Urteilen.

Ob du bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis überhaupt Geld zurückverlangen kannst, klärt dieses Urteil nicht. Darüber entscheidet der Bundesgerichtshof, der sein Urteil am 28. Januar 2027 verkünden will.

Was bedeutet das für dich?

Hast du in Deutschland ein Urteil gegen einen Anbieter mit maltesischer Lizenz erstritten, entscheidet der 19. November mit, ob du es in Malta durchsetzen kannst. Bis dahin ändert sich für dich nichts.

Nächster Termin

Der EuGH verkündet sein Urteil

in 13 Tagen Donnerstag, 19. November 2026

Quellen

Story-Verlauf

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