
Spielsüchtige in Deutschland: Warum die Zahlen so weit auseinanderliegen
Je nach Studie gelten 0,25 % oder 2,2 % als spielsüchtig. Woran der Abstand liegt, wer die Umfragen bezahlt und was die Suchthilfe zählt.
Geprüft 1.11.2026
Magazin · Spielerschutz
Mindestalter Glücksspiel: 18 Jahre. Erst ab 21 geht es in den Spielbanken von Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Niedersachsen, in den Spielhallen von Bremen und Niedersachsen und online bei Automaten-Einsätzen über 1 € oder Einzahlungslimits über 10.000 €.
Unter 18 bleibt alles zu, auch mit den Eltern. Ausnahme: die Losbude.
Geprüft am Rechtsstand: § 4 Abs. 3 und 5 GlüStV 2021 · § 6 JuSchG · Spielbank- und Spielhallenrecht der Länder (Stand 10/2026)
Das Mindestalter für die Spielbank legt jedes Land selbst fest, im Spielbankgesetz oder in der Spielordnung. Wir haben alle 16 im amtlichen Text nachgelesen. Ruhetage und Einlass der Spielbanken stehen in unserem Spielbank-Ratgeber.
| Land | Ab | Was genau gilt (Fundstelle) |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 21 | Aufenthalt erst ab 21, schon seit 2012 (§ 29 Abs. 1 LGlüG) |
| Bayern | 21 | Spielen erst ab 21; mit 18 bis 20 Zutritt nur in Begleitung einer Person ab 21, ohne selbst zu spielen (§ 3 Nr. 1, § 4 Abs. 2 Spielbankordnung) |
| Berlin | 18 | Spielen ab 18 (§ 8 Nr. 1 Spielbankengesetz) |
| Brandenburg | 18 | Aufenthalt ab 18 (§ 5 Abs. 2 Spielbankgesetz) |
| Bremen | 21 | Aufenthalt erst ab 21, seit 1. Juli 2022, vorher 18 (§ 3a Abs. 2 Spielbankgesetz) |
| Hamburg | 18 | Spielen ab 18 (§ 5 Nr. 1 Spielordnung 2024) |
| Hessen | 18 | Spielen nur für Volljährige (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Spielordnung) |
| Mecklenburg-Vorpommern | 18 | Spielen ab 18 (§ 3 Nr. 1 Spielbankverordnung) |
| Niedersachsen | 21 | Besuch erst ab 21 (§ 10a Spielbankengesetz) |
| Nordrhein-Westfalen | 18 | Aufenthalt und Spiel nur für Volljährige (§ 9 Abs. 2 Spielbankgesetz) |
| Rheinland-Pfalz | 18 | Kein Zutritt für Minderjährige (§ 3 Abs. 1 Spielordnung) |
| Saarland | 18 | Spielen ab 18 (§ 3 Nr. 1 Spielbankordnung) |
| Sachsen | 18 | Aufenthalt nur für Volljährige (§ 5 Abs. 1 Spielbankengesetz) |
| Sachsen-Anhalt | 18 | Kein Zutritt zu den Spielsälen für Minderjährige (§ 6 Abs. 1 Spielbankgesetz) |
| Schleswig-Holstein | 18 | Spielen nur für Volljährige (§ 4 Abs. 1 Nr. 1 Spielbankverordnung) |
| Thüringen | 18 | Aufenthalt ab 18 (§ 5 Abs. 1 Spielordnung) |
Manche Regeln betreffen das Hineingehen, andere nur das Spielen. Meist macht das keinen Unterschied, nur in Bayern dürfen 18- bis 20-Jährige in Begleitung hinein.
Am Eingang, anhand eines amtlichen Ausweises. Dabei gleicht sie dich mit der Sperrdatei ab (in Bayern etwa § 4 Abs. 1 Spielbankordnung). Was eine Eintragung dort bedeutet, liest du unter Spielersperre.
Nein. Mehrere Spielordnungen lassen der Spielbank ausdrücklich ihr Hausrecht, Gäste ohne Angabe von Gründen abzuweisen, zum Beispiel § 8 Abs. 3 der Spielbankverordnung in Schleswig-Holstein.
Spielhallen darfst du ab 18 betreten, in Bremen und Niedersachsen erst ab 21. Wettbüros ab 18, in Bremen ab 21. Grundlage ist das Jugendschutzgesetz: Kinder und Jugendliche dürfen sich in Spielhallen nicht aufhalten (§ 6 Abs. 1 JuSchG), die Spielhallengesetze der Länder wiederholen das. Welche Regeln drinnen gelten, erklärt der Ratgeber zur Spielhalle.
Die beiden Ausnahmen im Einzelnen:
Umstritten ist die Grenze in Niedersachsen für Hallen, die ihre Erlaubnis vor dem 1. Februar 2022 bekommen haben. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat im Juni 2023 im Eilverfahren einer Halle mit Erlaubnis von 2017 erlaubt, bis zur Entscheidung im Hauptverfahren weiter ab 18 einzulassen (11 ME 113/23).
Eine Entscheidung im Hauptverfahren haben wir nicht gefunden.
Nur in Sonderfällen, in Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen:
Ab 18, in Bremen ab 21. Die Untergrenze 18 kommt aus dem Glücksspielstaatsvertrag. Nordrhein-Westfalen etwa behandelt Wettbüros ausdrücklich wie Spielhallen im Sinne des Jugendschutzgesetzes (§ 11 AG GlüStV NRW).
Ob außer Bremen noch ein Land für Wettbüros 21 verlangt, haben wir nicht für alle 16 geprüft.
Bei erlaubten Online-Anbietern spielst du ab 18.
Sie müssen Minderjährige durch Identifizierung und Authentifizierung ausschließen (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 GlüStV 2021), dein Alter wird also bei der Anmeldung geprüft.
Zwei Dinge gibt es erst ab 21:
Der Glücksspielstaatsvertrag verbietet Minderjährigen jedes öffentliche Glücksspiel, vom Lottoschein bis zur Sportwette. Die Anbieter müssen dafür sorgen, dass sie ausgeschlossen sind (§ 4 Abs. 3 Satz 2 und 3 GlüStV 2021). Für Spielhallen kennt das Jugendschutzgesetz auch keine Ausnahme, wenn Eltern dabei sind.
Erlaubt ist unter 18 nur das Spiel auf Volksfesten, Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen, wenn es ausschließlich Waren von geringem Wert zu gewinnen gibt.
Gemeint ist die Losbude mit dem Plüschtier, nicht der Automat im Festzelt (§ 6 Abs. 2 JuSchG, § 4 Abs. 3 Satz 4 GlüStV 2021).
Die Verantwortung trägt der Anbieter. Lässt eine Spielbank in Rheinland-Pfalz Minderjährige spielen, ist das eine Ordnungswidrigkeit mit bis zu 25.000 € Bußgeld (§ 13 Spielbankgesetz).
Weil die Gefahr mit dem 18. Geburtstag nicht endet. So begründet es der Bremer Senat in seinem Gesetzentwurf von 2022 (Drs. 20/1465).
Menschen bis 25 seien für krankhaftes Spielen besonders anfällig, der Senat stützt sich dabei auf das Jahrbuch Sucht 2021 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Die Grenze von 21 lehne sich an das Jugendstrafrecht an, das 18- bis 20-Jährige als „Heranwachsende“ eigens behandelt.
Spielhallenbetreiber in Niedersachsen haben sich gegen die neue Grenze gewehrt. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg sah im Eilverfahren „keine verfassungsrechtlichen Bedenken“ (Beschluss vom 5. Juli 2023, 11 ME 120/23).
Bei Spielhallen bleiben die übrigen Länder bei 18. Das ergibt Sprünge, die man erst beim Vergleich sieht: Mit 19 darfst du in Bayern am Roulettetisch der Spielbank nicht mitspielen, in den meisten Spielhallen dort aber an den Automaten.