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18+ Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe: 0800 1 37 27 00 (kostenlos)

Magazin · Spielerschutz

Mindestalter Glücksspiel: ab 18 oder erst ab 21?

Mindestalter Glücksspiel: 18 Jahre. Erst ab 21 geht es in den Spielbanken von Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Niedersachsen, in den Spielhallen von Bremen und Niedersachsen und online bei Automaten-Einsätzen über 1 € oder Einzahlungslimits über 10.000 €.

Unter 18 bleibt alles zu, auch mit den Eltern. Ausnahme: die Losbude.

Empfangstresen einer Spielbank mit Ausweis und Lesegerät, dahinter eine Kordel und ein Roulettetisch
Von Moritz Scharf Aktualisiert am

Geprüft am Rechtsstand: § 4 Abs. 3 und 5 GlüStV 2021 · § 6 JuSchG · Spielbank- und Spielhallenrecht der Länder (Stand 10/2026)

Ab wann du in die Spielbank darfst

Das Mindestalter für die Spielbank legt jedes Land selbst fest, im Spielbankgesetz oder in der Spielordnung. Wir haben alle 16 im amtlichen Text nachgelesen. Ruhetage und Einlass der Spielbanken stehen in unserem Spielbank-Ratgeber.

Mindestalter in den Spielbanken der 16 Länder, Stand 27. Oktober 2026
LandAbWas genau gilt (Fundstelle)
Baden-Württemberg21Aufenthalt erst ab 21, schon seit 2012 (§ 29 Abs. 1 LGlüG)
Bayern21Spielen erst ab 21; mit 18 bis 20 Zutritt nur in Begleitung einer Person ab 21, ohne selbst zu spielen (§ 3 Nr. 1, § 4 Abs. 2 Spielbankordnung)
Berlin18Spielen ab 18 (§ 8 Nr. 1 Spielbankengesetz)
Brandenburg18Aufenthalt ab 18 (§ 5 Abs. 2 Spielbankgesetz)
Bremen21Aufenthalt erst ab 21, seit 1. Juli 2022, vorher 18 (§ 3a Abs. 2 Spielbankgesetz)
Hamburg18Spielen ab 18 (§ 5 Nr. 1 Spielordnung 2024)
Hessen18Spielen nur für Volljährige (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Spielordnung)
Mecklenburg-Vorpommern18Spielen ab 18 (§ 3 Nr. 1 Spielbankverordnung)
Niedersachsen21Besuch erst ab 21 (§ 10a Spielbankengesetz)
Nordrhein-Westfalen18Aufenthalt und Spiel nur für Volljährige (§ 9 Abs. 2 Spielbankgesetz)
Rheinland-Pfalz18Kein Zutritt für Minderjährige (§ 3 Abs. 1 Spielordnung)
Saarland18Spielen ab 18 (§ 3 Nr. 1 Spielbankordnung)
Sachsen18Aufenthalt nur für Volljährige (§ 5 Abs. 1 Spielbankengesetz)
Sachsen-Anhalt18Kein Zutritt zu den Spielsälen für Minderjährige (§ 6 Abs. 1 Spielbankgesetz)
Schleswig-Holstein18Spielen nur für Volljährige (§ 4 Abs. 1 Nr. 1 Spielbankverordnung)
Thüringen18Aufenthalt ab 18 (§ 5 Abs. 1 Spielordnung)

Manche Regeln betreffen das Hineingehen, andere nur das Spielen. Meist macht das keinen Unterschied, nur in Bayern dürfen 18- bis 20-Jährige in Begleitung hinein.

Wie prüft die Spielbank mein Alter?

Am Eingang, anhand eines amtlichen Ausweises. Dabei gleicht sie dich mit der Sperrdatei ab (in Bayern etwa § 4 Abs. 1 Spielbankordnung). Was eine Eintragung dort bedeutet, liest du unter Spielersperre.

Habe ich mit 18 ein Recht auf Einlass?

Nein. Mehrere Spielordnungen lassen der Spielbank ausdrücklich ihr Hausrecht, Gäste ohne Angabe von Gründen abzuweisen, zum Beispiel § 8 Abs. 3 der Spielbankverordnung in Schleswig-Holstein.

Mindestalter Glücksspiel in Spielhalle und Wettbüro

Spielhallen darfst du ab 18 betreten, in Bremen und Niedersachsen erst ab 21. Wettbüros ab 18, in Bremen ab 21. Grundlage ist das Jugendschutzgesetz: Kinder und Jugendliche dürfen sich in Spielhallen nicht aufhalten (§ 6 Abs. 1 JuSchG), die Spielhallengesetze der Länder wiederholen das. Welche Regeln drinnen gelten, erklärt der Ratgeber zur Spielhalle.

Die beiden Ausnahmen im Einzelnen:

  • Bremen seit dem 1. Juli 2022, und zwar für Spielhallen und für Wettbüros (§ 3 Spielhallengesetz, § 5a Glücksspielgesetz).
  • Niedersachsen seit dem 1. April 2023 (§ 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 Spielhallengesetz).

Umstritten ist die Grenze in Niedersachsen für Hallen, die ihre Erlaubnis vor dem 1. Februar 2022 bekommen haben. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat im Juni 2023 im Eilverfahren einer Halle mit Erlaubnis von 2017 erlaubt, bis zur Entscheidung im Hauptverfahren weiter ab 18 einzulassen (11 ME 113/23).

Eine Entscheidung im Hauptverfahren haben wir nicht gefunden.

Gilt 21 auch in anderen Ländern?

Nur in Sonderfällen, in Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen:

  • Bayern und Rheinland-Pfalz: Spielhallen im Verbund (Art. 15 Abs. 3 AGGlüStV, § 17 Abs. 2 LGlüG). Das sind Hallen, die mit einer Ausnahmeerlaubnis zu zweit oder zu dritt in einem Gebäude bleiben dürfen.
  • Nordrhein-Westfalen: Hallen, die die Behörde näher als 350 Meter an einer Schule oder Jugendeinrichtung zulässt. Die Altersgrenze muss dort am Eingang aushängen (§ 16 Abs. 8 AG GlüStV NRW).

Und im Wettbüro?

Ab 18, in Bremen ab 21. Die Untergrenze 18 kommt aus dem Glücksspielstaatsvertrag. Nordrhein-Westfalen etwa behandelt Wettbüros ausdrücklich wie Spielhallen im Sinne des Jugendschutzgesetzes (§ 11 AG GlüStV NRW).

Ob außer Bremen noch ein Land für Wettbüros 21 verlangt, haben wir nicht für alle 16 geprüft.

Was es online erst ab 21 gibt

Bei erlaubten Online-Anbietern spielst du ab 18.

Sie müssen Minderjährige durch Identifizierung und Authentifizierung ausschließen (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 GlüStV 2021), dein Alter wird also bei der Anmeldung geprüft.

Zwei Dinge gibt es erst ab 21:

  • Einsätze über 1 € pro Spiel an Online-Automaten. Standard bleibt 1 €; die höheren Stufen bis 3 € oder 5 € gibt es seit Juli 2026 nur unter Auflagen, befristet bis Ende 2027. Die Auflagen im Einzelnen: Einsatzlimit und 5-Sekunden-Regel.
  • Ein Einzahlungslimit über 10.000 € im Monat. Diese Ausnahme hat die GGL bisher bis Ende 2026 befristet; wie das Limit sonst funktioniert, erklärt der Ratgeber zum LUGAS-Limit.

Unter 18 hilft auch keine Begleitung

Der Glücksspielstaatsvertrag verbietet Minderjährigen jedes öffentliche Glücksspiel, vom Lottoschein bis zur Sportwette. Die Anbieter müssen dafür sorgen, dass sie ausgeschlossen sind (§ 4 Abs. 3 Satz 2 und 3 GlüStV 2021). Für Spielhallen kennt das Jugendschutzgesetz auch keine Ausnahme, wenn Eltern dabei sind.

Erlaubt ist unter 18 nur das Spiel auf Volksfesten, Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen, wenn es ausschließlich Waren von geringem Wert zu gewinnen gibt.

Gemeint ist die Losbude mit dem Plüschtier, nicht der Automat im Festzelt (§ 6 Abs. 2 JuSchG, § 4 Abs. 3 Satz 4 GlüStV 2021).

Die Verantwortung trägt der Anbieter. Lässt eine Spielbank in Rheinland-Pfalz Minderjährige spielen, ist das eine Ordnungswidrigkeit mit bis zu 25.000 € Bußgeld (§ 13 Spielbankgesetz).

Warum manche Länder 21 verlangen

Weil die Gefahr mit dem 18. Geburtstag nicht endet. So begründet es der Bremer Senat in seinem Gesetzentwurf von 2022 (Drs. 20/1465).

Menschen bis 25 seien für krankhaftes Spielen besonders anfällig, der Senat stützt sich dabei auf das Jahrbuch Sucht 2021 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Die Grenze von 21 lehne sich an das Jugendstrafrecht an, das 18- bis 20-Jährige als „Heranwachsende“ eigens behandelt.

Spielhallenbetreiber in Niedersachsen haben sich gegen die neue Grenze gewehrt. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg sah im Eilverfahren „keine verfassungsrechtlichen Bedenken“ (Beschluss vom 5. Juli 2023, 11 ME 120/23).

Bei Spielhallen bleiben die übrigen Länder bei 18. Das ergibt Sprünge, die man erst beim Vergleich sieht: Mit 19 darfst du in Bayern am Roulettetisch der Spielbank nicht mitspielen, in den meisten Spielhallen dort aber an den Automaten.

Quellen